Was bedeuten RTO und RPO?
RTO (Recovery Time Objective) ist die maximale Zeit, die Ihr Betrieb stillstehen darf, bis die Systeme wiederhergestellt sind. RPO (Recovery Point Objective) ist der maximale Datenverlust, den Sie akzeptieren können, gemessen als Zeit seit dem letzten brauchbaren Backup. Jedes ernsthafte Backup- und Disaster-Recovery-Konzept wird um diese beiden Zahlen herum entworfen, nicht um ein Softwareprodukt.
Alles seit dem letzten Backup kann verloren sein: je kürzer, desto weniger Arbeit ist weg.
Zeit bis zur Wiederherstellung: je kürzer, desto weniger Stillstand.
RTO: Wie lange dürfen Sie offline sein
Der Unterschied zwischen einer Stunde und drei Tagen Ausfall liegt selten am Backup selbst, sondern am Weg zurück: Gibt es ein dokumentiertes, getestetes Verfahren, Standby-Hardware oder eine virtualisierte Kopie, die sofort starten kann? Ihre echte RTO ist das, was der letzte Wiederherstellungstest bewiesen hat, nicht das, was ein Datenblatt verspricht.
RPO: Wie viel Arbeit dürfen Sie verlieren
Mit einem einzigen nächtlichen Backup löscht ein Absturz um 17 Uhr den kompletten Arbeitstag: Aufträge, Buchungen, Dokumente. Ist das inakzeptabel, muss die RPO schrumpfen: häufigere Sicherungen oder kontinuierliche Replikation für die Systeme, bei denen der Verlust wirklich wehtut.
Bewusst festlegen, dann dagegen testen
Die Kosten steigen steil, je näher RTO und RPO an null rücken. Die richtigen Werte sind deshalb eine unternehmerische Entscheidung: Welche Systeme müssen in einer Stunde zurück sein, welche dürfen einen Tag warten? Schreiben Sie die Zahlen pro System auf, und lassen Sie jeden Restore-Test daran messen. Unaufgeschriebene Ziele werden immer erreicht, und genau das ist das Problem.
FAQ
Häufige Fragen.
Was sind typische Werte im Mittelstand?
Ein übliches Muster: Kernsysteme wie ERP, Fileserver und Mail mit einer RTO von 2 bis 4 Stunden und einer RPO von höchstens einer Stunde, Nebensysteme mit je einem Tag. Die ehrliche Antwort ergibt sich aus der Frage, was eine Stunde Stillstand in Ihrem konkreten Betrieb kostet.
Wer legt RTO und RPO fest?
Die Geschäftsführung, nicht die IT. Die IT kann sagen, was ein bestimmtes Ziel kostet. Was Stillstand und Datenverlust das Unternehmen kosten, kann nur die Geschäftsseite beantworten.
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